Tragödie
für Marionetten und Schauspieler von Guido Ceronetti
mit Patrizia Da Rold, Luca Mauceri, Valeria Sacco, Erika
Borroz
Regie Manuela Tamietti
I
Misteri di Londra wurden 1978 von Guido Ceronetti und
Erica Tedeschi in der Wohnung Albano Laziales in Szene
gesetzt. Jetzt werden sie das erste Mal öffentlich aufgeführt
mit Neuerungen in Inszenierung und Stil, die von Ceronetti
selbst gebilligt wurden.
Es handelt sich um ein Marionettentheater, vereint mit
Schauspielertheater, wie es gewöhnlich beim Teatro dei
Sensibili der Fall ist. Die Marionetten bewegen sich getrieben
von Leidenschaften und Wünschen bis zum Explodieren, bis
dahin, vom Bühnenportal hinauszugehen und den Zuschauerraum
zu betreten, im Versuch, ihn in einer mächtigen brüderlichen
Umarmung zu umfassen.
"Das ist ein Stück, wo man wenig lacht. Wo die Erschütterung
der Gefühle überwiegt…."
Es wird erzählt vom geheimnisvolen Jack the Ripper und
von mondsüchtigen, zerrütteten, metaphorischen und ätzenden
Persönlichkeiten: von seinen Opfern, die es oft wünschten,
von ihm geopfert zu werden, von Holmes und Watson, Frankenstein,
Bakunin, Dickens, Lewis Carroll, Alice, Königin Viktoria…
eine Reise in Etappen von abstrakt zu komisch, die am
lärmenden und delierierenden Ende zur Entdeckung des wahren
Mörders führt.
Jack ist ein dunkles Loch in der Welt, der Verschlinger
der Seelen. Jack ist die dunkle Seite der Menschheit.
Jack sät Schrecken und Geheimnis, er ist die äußerste
Grenze, der Rand des Rahmens. Von Jack dem Ripper zu lesen
ist, wie am Rand des Abgrunds zu stehen, die Füße am Boden,
die wirbelnden Arme zum Himmel erhoben.
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