Spada avete voi, Spada avete io!
Leben und Tod Rolands und anderer sonderbarer Paladine
von
Francesco Niccolini
mit Silvia Ricciardelli, Antonella Iallorenzi, Carlo Durante,
Fabio Tinella Regie Enzo Toma
Gewidmet Che cosa sono le nuvole? von Pier Paolo Pisolini
Marionetten.
Pupi. Altes, sehr schönes Zeug. Auseinanderzuhauen mit
Speerstößen.
Unten: Körper, Metall, Liebe und Krieg.
Oben: Fäden, donnernde Stimmen und ein tragisches Schicksal.
Karl der Große und seine Paladine. Von Kindheit an hasste
ich sie, diese Personen, Prototypen der Konquistatoren.
Ich liebte dagegen zärtlich ihre toten Abbilder: diese
stückweise gemachten Marionetten, befestigt an einem zerissenen
Papierhimmel.
20 Jahre danach, als ich Menschen und/oder Marionetten
auf den Schlachtfeldern sterben sah, verstehe ich das
Mitleid und den Respekt vor den Körpern.
Die komische und tragische Geschichte der Paladine erzählt
von der Schönheit und der Grausamkeit des Lebens. Und
wenn mehr als 500 Jahre später große Dichter und unbekannte
Theaterleute Gefallen daran finden, sie zu erzählen, muss
es dafür ein Motiv geben. Es scheint mir im Marionettentheater
zu sein, wo Pasolini Totò, Ninetto Davoli, Franco und
Ciccio, die traurige Geschichte Othellos erzählen lässt.
Mit denselben Marionetten möchte ich erzählen von Rinaldo,
Astolfo, Angelica, Bradamante, Fiordiligi, Roland und,
bei letzterem, vom Maskaer von Roncisvalle, diese absurde
und blutreiche Müllhalde, wo all diese Körper sterben
und verlassen werden, Augen zum Himmel, und fragen, was
die Wolken sind.
zurück