Ein Territorium mit seinen künstlerischen, schöpferischen
Fähigkeiten genau erforschen. Den Atem des lebenden Organismus
der Werke der jüngsten Generationen fühlen. Ihre Substanz
hervorkommen lassen, sie in ihrer Poesie sichtbar machen.
Compagnien,
Regisseure und Schauspieler, Gruppen, Formationen und
Zusammenschlüsse , die verschiedensten, an denen die Toscana
so reich ist, sehen, kennenlernen, treffen. Ihre Sprachen
durchstreifen auf der Suche nach einer gemeinsamen Sprache,
von Stilen und kreativen Strukturen, die in der Verschiedenheit
gemeinsame Elemente haben.
Auf
diese Weise, während der Suche, eine mögliche toskanische
Schule des Theaters wiedergewinnen, auf die Weise, in
der Piero Bigongiari vor 25 Jahren im Rahmen des 17. Jahrhunderts
in der Malerei eine Florentiner Schule "entdeckte".
Verspottung
und Vernunft; Realismus als Achtung auf die Wirklichkeit;
sture und genau stilistische Sensibilität; dauernder Bezug
zu bildender Kunst und Musik: das sind einige der grundlegenden
Elemente dieser hypothetischen Schule. Luzi, Bilenchi,
Pratolini und Roberto Longhi selbst könnten ihre geheimen
Väter sein. Die Siebzigerjahre mit dem interdisziplinären
Aufeinandertreffen der " sichtbaren Poesie" , der tiefliegende
Bezugspunkt. Die Musik von Sylvano Bussotti, von Giuseppe
Chiari das rhythmische Modell.
Osservatorio
eröffnet ein Nachdenken über das theatralische und künstlerische
Wagnis von Gruppen, Regisseuren, Künstlern - sowohl geographisch
als auch sprachlich vereint - durch die Präsentation im
Fabbricone der wichtigsten neuen und neuesten Produktionen,
die den dauernden Wechsel im theatralischen Erbe dieser
Region zeigen . Mit Vorsicht die kreativen Talente der
Region hervortreten lassen: deren Spannung zu einem Theater
der Kunst und der Kultur aufrechterhalten. Gleichzeitig
einen Dialog mit dem Publikum einleiten, um die Vielfalt
und den Reichtum der Erfahrungen, die sich in der Toskanischen
Schule verbergen, verstehen und lieben zu lassen.
Programm
Porte
Girevoli
I
Testimoni
(nach "die Zeugen" von Diego Fabbri)
Die
Suche nach einem Schuldigen, der Rundfunkaufruf, die Suche
nach Zeugen, ein intropspektiver religiöser und existentieller
Vorgang, um über die Grenzen des Menschen nachzudenken.
Die
vorliegende Arbeit macht sich die Thematik Fabbris zu
eigen und vollzieht ihren Ablauf nach durch die figurative
und visuelle Kunst. Die erzählerischen Stationen folgen
aufeinander durch künstlerische Ausdrucksformen wie Video,
Grafik und Malerei. Man fahndet, man sucht nach dem Schuldigen.
Eine angenommene metaphysische Person sucht und fordert
die eigene Notwendigkeit zu existieren, indem sie sich
hinter das Drama begibt, die Schuld, ihrer eigenen Unzulänglichkeit
in der eigentlichen Welt gemacht aus Räumen, Linien, Farben,
Materialien und Objekten. Die Kunst als Universum, das
die menschlichen Gefühle wiederspiegelt und ihnen die
Form von sichtbaren Emotionen gibt.
Daher
die wesentliche Parallellität zum Text Fabbris und seines
Hörspiels. Das Hörspiel regt die Phantasie an, lässt Personen
sich vorstellen, Orte, Ereignisse, Situationen. Jeder
baut sein eigenes Universum, seine eigene Erzählung.
Im
Theaterstück wird versucht, den Zuschauer in dieselbe
vorgestellte Lage zu versetzen. Eine Erzählung mit Figuren,
die die Phantasie nicht einschränkt sondern sie im Gegenteil
erhält unter Berücksichtigung der Einzigartigkeit der
persönlichen Beunruhigungen.
Gli Omini
Gabbato
lo Santo
(Das Heilige hintergangen)
Festtage.
Rote Tage. Auf dem Kalender angezeichnete Daten.
Da
werden die Bedürfnisse sein, die Unterschlagungen, die
Lügen, Schuld, das nicht Gesagte, um einen roten Faden
zwischen roten Tagen zu spannen. Schaukeln am Faden, ohne
Kriterium oder Alternative; mit schlecht gesetzten Hoffnungen,
zwischen überwundenen und unüberwindlichen Gläubigkeiten,
unsere Menschlichkeit.
Jahr
für Jahr. Jahresanfang mit Knallkörpern. Heuchelei, Melancholie,
Wünsche und Formalität. Knallkörper, Knall, krumme Schläge.
Es gibt kein Spiel, in dem man nicht aussteigen kann.
Und gewinnen. Auch unter Freunden, auch wenn Feiertag
ist. Um zu jubeln, sich abzureagieren, sich heiser zu
schreien. Dann bereut, wer gesündigt hat. Zuerst Fastenzeit,
dann Ostern.
Die
Messe ist zu Ende. Das Heilige ist hintergangen. Die Herrschaft
ist gefallen. Das Heilige ist hintergangen. Der Streik
ist beendet. Das Heilige ist hintergangen. Der rote Faden
scheint gerissen, die rote Fahne ist zerfetzt.
Besser
anhalten, gut sein lassen, nicht daran denken. Italien
ist das Land der Sonne und des Meeres. Besser feiern.
Es ist Tradition, Gewohnheit, Aberglaube, Religion, Bedürfnis,
der Kapaun muss gefüllt werden. Bedürnis nach Bedürfnis.
Der Mensch hat Bedürfnisse. So bleibt das Fest und überlebt
den, der es erlebt, und der es lebt, verzehrt sich.
I
Sacchi di Sabbia
SANDOKAN
Frei nach "die Tiger von Mompracem" von Emilio Salgari
Archivio
Zeta
ILIADE-
I FIUMI PARLANO
(Ilias - die Flüsse sprechen)
Herstellung
- Duell - Tötung - Befreiung - Beweinung - Begräbnis
Nach
Aischylos und Sophokles noch einen Schritt zurück: Homer.
Ein neuer Versuch im Sprechtheater: von Vers zu Vers.
Während wir probieren, gehen wir mit Sympathie heran,
mit Zustimmung, dass die Ilias noch lebendige Schrift
ist, wenn der, der spricht oder zuhört aufmerksam ist,
sich darauf einlässt. Das ist eine Schlacht, ein Misstrauen
der Poesie gegen die Gewöhnung, gegen die Ignoranz, gegen
all das, was für die Welt beleidigend ist.
Wir
versuchen die Verse Homers, ins Italienische übertragen
von Rosa Calzecchi Onesti (Dank der unermüdlichen herausgeberischen
Sorge von Cesare Pavese), zu sprechen und mit Nadel und
Faden eine rhythmische Geometrie der verbalen Duelle einzuheften:
man lernt Feinheit und Geduld: um die Literatur mit dem
Leben in Beziehung zu setzten, mit der Wirklichkeit, ihr
Form, Gedanken, Seele und Vorstellung zu geben….
Vers
um Vers wie Körper um Körper, wie Duell, Kopf, der nach
dem Duell zum Chor wird und so gemeinsame Vieltonigkeit:
Flüsse hören!
Gianluca
Guidotti ed Enrica Sangiovanni
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