von
Luca Doninelli
mit Valter Malosti, Giovanni Moretti, Francesco Visconti
Regie: Valter Malosti
Musik Carlo Boccadoro
Produktion Teatro di Dioniso in Zusammenarbeit mit DeSidera
Bergamo Teatro Festival.
Luca Doninelli wählt einen ungewöhnlichen Gesichtspunkt,
um die letzten Stunden Christi zu erzählen. Sich in die
Gedankenwelt seiner Feinde versetzend, stellt er sich
den anfänglichen Stolz und die Sicherheit Angesichts einer
Entscheidung vor, die als die beste erschien, sowohl aus
Gründen der Staatsraison als auch der Konvention. Aber
der unsichere Aufbau ihrer Sicherheit zerbröselt bald
und enthüllt die ganze menschliche Zerbrechlichkeit ihrer
Natur. Auge in Auge mit dem Mann, der sich "Sohn Gottes"
nennt, löst sich das blinde Vertrauen Pilatus´ in die
Einrichtungen des Imperiums auf, wird die Habsucht Herodes´
lächerlich, demaskiert sich die heuchlerische Religiosität,
auf der sich die Macht Kaifas gründet. Und lässt sie alleine
mit der Macht, die sie verkörpern.
Wir
haben als Aufführungsort für diese Passion das Innere
des historischen Kerkers delle Nuove gewählt: eine gefühlsmäßig
betroffen machende Wahl, um so mehr, als es bei der Gelegenheit
möglich sein wird, eine geführte Besichtigung der Zellen
der zum Tode Verurteilten zu machen.
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